Lymphknotenentzündung -Lymphadenitis colli

Geschwollene Lymphknoten am Hals sind oft durch eine Infektion bedingt. Eine Entzündung der Lymphknoten wird in Fachkreisen auch als Lymphadenitis bezeichnet.

Gemeint ist damit die Entzündung einzelner oder mehrerer Lymphknoten. Am Bekanntesten und auch am Häufigsten ist dabei die Entzündung von Lymphknoten im Bereich das Halses.

Diese rühren oftmals von einer Entzündung in der näheren Umgebung her und resultieren aus einer Art „Vergiftung“ der Lymphknoten. Wenn zum Beispiel eine Erkältung vorliegt, wird fast jeder schon die Erfahrung der geschwollenen Lymphknoten am Hals gemacht haben. Dabei sind Bakterien oder Viren des eigentlichen Entzündungsherdes in die Lymphbahnen gelangt und haben die Lymphknoten mit Ihrem Bakterientoxin vergiftet.

Die Lymphe haben im Körper die Aufgabe der Reinigung und Bekämpfung von Fremdkörpern. Sie sind also ein aktiver Teil des Immunsystems. Mit kleineren Infektionen werden die Lymphe in der Regel gut fertig, nimmt die Menge an Bakterien aber überhand oder ist deren Toxin zu stark, schaffen die Lymphknoten es vorerst nicht mehr, die Erreger zu bekämpfen, und entzünden sich.

Sie verstopfen dabei sozusagen, schwellen an und sind dann sehr empfindlich, was zum Bespiel Berührungen angeht. Eine Entzündung der Lymphkoten muss aber nicht zwangsläufig die Folge einer Primärerkrankung sein. Es können sich auch bestimmte Bakterien in den Lymphknoten sammeln und so ohne vorherige Entzündung an einem anderen Ort im Körper zur Entzündung der Lymphknoten führen.

Dies ist aber ein ganz natürlicher Vorgang und führt normalerweise nicht zu weiteren Komplikationen. Als Symptome einer Lymphknotenentzündung sind also auch meistens nur die Symptome der Primärerkrankung zu nennen. Bei einer Erkältung also zum Beispiel Halsschmerzen.

Krankheitsverlauf

Da der Krankheitsverlauf immer von der Art des Auslösers abhängt, gibt es mehrere Varianten des Verlaufs. Normalerweise tritt die Schwellung der Lymphknoten gleichzeitig mit dem Ausbruch der Krankheit auf. In manchen Fällen auch schon während der Inkubationsphase, also während der Vermehrung der Viren oder Bakterien.

Nach der Genesung von der eigentlichen Krankheit, schwellen in der Regel dann auch die Lymphknoten wieder ab, was man als endgültige Bekämpfung des jeweiligen Erregers ansehen kann. Rührt die Entzündung der Lymphknoten nicht von einer anderen Erkrankung her, können zu den geschwollenen Lymphknoten auch noch allgemeine Abgeschlagenheit und Müdigkeit, in seltenen Fällen Fieber, kommen.

Diagnose

Oberflächliche, entzündete Lymphknoten kann der behandelnde Arzt, und genau so der Patient mit bloßem Auge erkennen. Die entzündeten Knoten fühlen sich weich an und oft ist die Haut über der Stelle erwärmt. Eiter gefüllte Lymphknoten weisen noch das charakteristische Merkmal der Wellenbildung auf, wenn man sie berührt. Über eine Untersuchung des Bluts kann man genau feststellen, welcher Erreger für die Entzündung verantwortlich ist. Bei unklaren Fällen kann auch eine Punktierung zur Gewebeentnahme oder eine Ultraschalluntersuchung notwendig sein. Die Entnahme einer Gewebeprobe dient in der Regel aber nur dazu, ein bösartiges Geschwulst auszuschließen.

Therapie

Ist die Entzündung der Lymphknoten nur die Folge einer viralen Infektion ist eine gesonderte Behandlung normalerweise nicht notwendig. Sie heilt gleichzeitig mit dem Abklingen der Primärerkrankung ab. Bei frühzeitigem Erkennen einer bakteriellen Infektionen bringt die Gabe von Antibiotika die besten Resultate.  In selteneren Fällen müssen einzelne Lymphknoten auch operativ entfernt werden.