Mandelabszess

Mandelabszess, Peritonsillarabszess

Der Abszess der Mandeln oder Peritonsillarabszess ist eine sehr starke Entzündung einer oder beider Mandeln. Der Mandelabszess gilt als absoluter Notfall beim Hals- Nasen-Ohrenarzt und sollte sehr ernst genommen werden. Der Peritonsillarabszess ist eine Folgeerkrankung, entzündeter Mandeln und in vielen Fällen auf die Behandlung mit falschen oder falsch dosierten Medikamenten zurückzuführen. Was im Volksmund als Mandeln bezeichnet wird, sind medizinisch gesprochen die Tonsillen. Eine Entzündung der Mandeln oder Tonsillen ist nicht selten und wird entweder durch einen wenig invasiven operativen Eingriff, oder eben medikamentöse Behandlung bekämpft. Die Krankheit ist in der Regel gut heilbar. Als Begleiterscheinung kann es aber bei der Behandlung oder durch zu lange unterlassene Behandlung zum Auftreten eines Peritosillarabszesses kommen. Dabei entzündet sich nicht nur die so genannte Mandel sondern auch das diese direkt umgebende Gewebe. Der Auslöser für diese Krankheit sind Streptokokken.

Symptome bei Mandelabszess

Die klassischen Symptome eines Mandelabszesses oder Peritonsillarabszesses sind denen der Mandelentzündung sehr ähnlich, aber viel stärker in der Ausprägung. Neben sehr starken Schluckbeschwerden mit massiven Halsschmerzen, die bis ins Ohr ziehen können, leiden die Betroffenen unter Fieber und Abgeschlagenheit. Viele können aufgrund der starken Schmerzen keine Nahrung mehr aufnehmen. Nicht selten besteht eine Kieferklemme. Bei letzteren hat die Entzündung bereits Nerven der Kiefermuskulatur angegriffen und sorgt so für die Probleme beim Bewegen des Unterkiefers. Als Vorboten eines Mandelabszesses können aber auch diverse typische Symptome diverser Erkältungskrankheiten gesehen werden. Darunter Kopfschmerzen und generelles Unwohlsein. Zunehmende starke Schmerzen im gesamten Rachenraum, die immer mehr auch zum Ohr hin ausstrahlen, sind ein sehr bezeichnendes Indiz für den Peritonsillarabszess. Darüber hinaus bildet sich durch den Eiter, den die Entzündung im betroffenen Bereich hervorruft ein starker Mundgeruch.

Diagnose des Peritonsillarabszess

Da die ersten Symptome eines Mandelabszess (Peritonsillarabszess) stark denen klassischer Erkältungskrankheiten gleichen, kann es vorkommen, dass diese nicht gleich dem tatsächlichen Auslöser der Beschwerden zugeordnet werden und so, zunächst auf Verdacht, eine vermeintliche Erkältung mit Hausmitteln behandelt wird. Fortschreitende und anhaltende Beschwerden sorgen bei den Betroffenen dann allerdings doch für Skepsis ob der Eigendiagnose und führen dann zum Arztbesuch. Dabei ist zu beachten, dass die Krankheit sich umso besser behandeln lässt, je eher man einen Arzt konsultiert. Der Facharzt oder auch Allgemeinmediziner wird nach der gründlichen Befragung des Patienten schnell auf einen Mandelabszess oder Peritonsillarabszess schließen und zunächst die Mandeln per Spiegel und Lampe untersuchen. Diese wird in einigen Fällen allerdings durch die oben genannten Kiefersperren erschwert. Augenscheinlich sind bei der Untersuchung die geröteten Mandeln und Ihre Umgebung. Das Halszäpfchen (Uvula), welches am häufigsten betroffen ist, kann vom Abszess zur Seite gedrängt sein. Hat sich bereits ein Abszess gebildet, ist dieser mit einem Stäbchen gut zu ertasten, wobei sich die Eiteransammlung innerhalb des Abszesses beim Druck auf selbigen typischerweise wellenartig hin und her bewegt. Als zusätzlicher Indikator dient das Abtasten der Lymphknoten am Hals. Deren Schwellung gibt zusätzliche Sicherheit, bei der Bestimmung eines Mandelabszesses (Peritonsillarabszess).

Therapie bei Abszeß in den Mandeln

Hat sich bereits ein Abszess gebildet, muss dieser operativ entfernt, beziehungsweise geöffnet werden, damit man den Eiter absaugen kann und so eine ausufernde Entzündung unterbunden wird. Je nach Schwere der Entzündung an den Mandeln, müssen in einigen Fällen auch diese entfernt werden. Zusätzlich werden Antibiotika eingesetzt, um den Erreger zu bekämpfen, weil es nicht ausreicht, nur die Symptome zu entfernen. Da die Krankheit häufig vorkommt, ist auch die Therapie voll ausgereift, weswegen es so gut wie nie zu Komplikationen kommt und mit einem guten Heilungsverlauf zu rechnen ist.