Mundbodenabszess

Zungengrund- oder Mundbodenabszess

Der Zungengrund, oder auch Mundbodenabszess, ist eine bakterielle Entzündung im Bereich des Mundbodens, also unter, beziehungsweise am Ansatz der Zunge. Auslöser für diesen Abszess gibt es einige, so kann zum Beispiel eine kleine Wunde im Bereich der Schleimhäute schon ausreichen, um den Mundbodenabszess auszulösen. Dabei gelangen Keime aus Speisen und Getränken in die Wunde und verursachen eine Entzündung. Auch entzündete Lymphknoten im oberen Halsbereich, oder von dentalen Erkrankungen ausgehende Bakterien können den Abszess hervorrufen. Wird der Zungengrund- oder Mundbodenabszess von erkrankten Zähnen ausgelöst, sind es oftmals entzündete Zahnwurzeln, von denen aus sich Bakterien über Knochen und Zahnfleisch ausbreiten. Als weitere Ursache kommen auch erkrankte Unterkieferspeicheldrüsen in Frage. Der Unterschied zwischen dem Zungenbodenabszess und dem Mundbodenabszess liegt zum Einen im Ort des Abszesses. Beim Zungenbodenabszess ist das entzündete Gewebe vom Zungenboden, also dem Ansatz der Zunge, den Hals hinunter zu finden, während der Mundbodenabszess viel weiter vorm in der Mundhöhle beginnt und seine Symptome sich zunächst auch auf diesen Bereich konzentrieren.

Symptome

Zu den ersten Symptomen, sowohl beim Mundboden-, als auch beim Zungengrundabszess, gehören gerötete Schleimhäute in Mund und Rachen, sowie eine gerötete Zunge, typischerweise Schluckbeschwerden und mäßiges bis starkes Fieber. Bei einem fortgeschrittenen Zungengrundabszess kann zudem der Abszess so groß werden und sich im Halsbereich ausweiten, dass es zu immer stärker werdenden Atembeschwerden kommt. Diese können auch beim Mundbodenabszess auftreten, was allerdings seltener vorkommt. Bei beiden Abszessen, entsteht eine schmerzhafte Schwellung des Gewebes unterhalb des Unterkiefers, die wiederum die Schmerzen beim Schlucken und Sprechen mit verursacht. Auch eine gleichzeitige Entzündung und dementsprechende Schwellung der Halslymphknoten, oder Kiefersperren sind nicht selten.

Diagnose

Die Diagnose beginnt mit der Spiegeluntersuchung. So verschafft sich der Arzt einen ersten Überblick über die Größe des Abszesses und kann die Art eventuell bereits bestimmen. Eventuell wird auch ein Endoskop eingesetzt, um tiefer liegende Bereiche im Hals ebenfalls zu betrachten. Gerade bei starken Schwellungen wird das nötig, da der Spiegel nicht weit genug in den Rachen eingeführt werden kann. Um andere Erkrankungen wie Tumoren in der Unterkieferspeicheldrüse, Entzündungen der Lymphe oder des Unterkiefers auszuschließen, werden zusätzliche Untersuchungen des Blutes, oder bildgebende Verfahren durchgeführt. Auch Abstriche der entzündeten Schleimhäute sind nicht ungewöhnlich, um so den spezifischen Erreger festzustellen.

Therapie

Zur Therapie des Mundboden- Zungengrundabszesses bedarf es in vielen Fällen einer Operation, da nur die medikamentöse Behandlung meistens nicht ausreicht. Erst nach der gelungenen Operation wird zusätzliche die Einnahme von Antibiotika verordnet um nicht nur die Symptome sondern auch den Auslöser zu bekämpfen. Operiert werden muss, wenn die Entzündung „einschmilzt“, sich also im Gewebe so festsetzt, dass Sie nur durch Medikamente nicht bekämpft werden könnte. Bei der Operation wird ein großzügiger Schnitt entlang des entzündeten Gewebes angesetzt und letzteres restlos entfernt. Im Falle des drohenden Erstickens ist es nötig zu intubieren. In wenigen Fällen wird auch ein Luftröhrenschnitt erforderlich. Nach der operativen und anschließenden medikamentösen Behandlung sind die Heilungschancen sehr gut.