Schilddrüsenknoten

Schilddrüsenknoten gehören neben der Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) zu den häufigsten Erkrankungen des Organs. Ob und wie weit diese Knoten für den Patienten gefährlich oder gar lebensbedrohlich werden können, kann nur in der Untersuchung beim HNO Arzt in Zusammenarbeit mit dem Radiologen geklärt werden. Es kommt bei zunächst darauf an, ob der oder die Koten bös- oder gutartiger Natur sind, wie groß sie sind und wie stark Ihre Funktion ist, beziehungsweise wie stark sie die Funktion der Schilddrüse einschränken.

Um die Entstehung der Schilddrüsenknoten zu verstehen, sind einleitende Worte über die Schilddrüse und deren Funktion notwendig:

Die Schilddrüse

Die Schilddrüse ist eines der Hormon produzierenden Organe und regelt durch die Hormonproduktion bei Neugeborenen die regelrechte Entwicklung von Organen. Auch beim erwachsenen Menschen hat die Schilddrüse sehr wichtige Funktionen, so regelt Sie zum Beispiel durch gezielte Hormonausschüttung die Frequenz des Herzschlags oder die Erweiterung von Gefäßen, Auch bei der Verdauung spielen die Hormone der Schilddrüse eine wichtige Rolle. Sie regen die Verarbeitung von Fetten, Kohlenhydraten und fördern den Stoffwechsel im Bindegewebe. Auch die Aktivität der Darmmotorik und die von Haut- und Schweißzellen werden durch Schilddrüsenhormone angeregt.

Im Nervensystem führen Sie zu einer erhöhten Erregbarkeit der Zellen. Zusammengefasst wirken die in der Schilddrüse produzierten Hormone so, dass sie den Grundumsatz des Organismus erhöhen und damit auch die Körpertemperatur ansteigen lassen.

Erkrankungen der Schilddrüse

In Jodmangelgebieten, zu denen bis vor ca. hundert Jahren auch noch Westeuropa gehörte, sind Erkrankungen der Schilddrüse recht häufig. Allerdings ist die Anzahl der gutartigen Wucherungen dort im Verhältnis auch wesentlich höher. Da ein Jodmangel in unseren Briten heute fast ausgeschlossen werden kann, ist auch der prozentuale Anteil an bösartigen Geschwülsten an der Schilddrüse höher. Jedwede Vergrößerung der Schilddrüse oder eine Wucherung an Ihr wird in der Medizin als Struma bezeichnet.

Schilddrüsenknoten

Bei der überwiegenden Zahl an Schilddrüsenknoten handelt es sich nicht um Schilddrüsenkarzinome. Sie sind in den meisten fällen gutartig, sollten jedoch stets unter Kontrolle des behandelnden Arztes stehen!

Unterscheidungen der Funktion

Man unterscheidet bei der Funktion der Schilddrüsenknoten zwischen solchen, die eine stärkere Funktion als das übrige Schilddrüsengewebe haben, denen, die eine gleichwertige Funktion aufweisen und solchen mit geringerer Funktion. Als Funktion ist hier die Produktion von Hormonen im Knoten gemeint.

Weiterhin werden die Schilddrüsenknoten in drei Arten unterschieden. Diese sind:

Heiße Knoten: Diese sind in der Regel immer gutartig, können sich aber so weit vom Nervensystem lösen, dass Sie Hormone überproduzieren und dadurch den Patienten massiv schädigen können.

Normofunktionelle Knoten: Die Mehrzahl der diagnostizierten Knoten sind weder „heiß“ noch „kalt“, wirken sich also kaum auf die Hormonproduktion aus. Es handelt sich hierbei meist um Zysten oder “regressive” Knoten.

Kalte Knoten: In Ländern mit Jodmangel sind diese oftmals gutartig. In unseren Reitengraden hingegen sind diese bis zum Beweis des Gegenteils als auffällig und dringend abklärungsbedürftig anzusehen.

Diagnose

In der Regel kann ein Schilddrüsenknoten schon optisch diagnostiziert werden, da der Schilddrüsenbereich unterhalb des Kehlkopfes anschwillt. Zur Sicherstellung der jeweiligen Art können bildgebende Verfahren oder auch eine Feinnadelbiopsie angewandt werden.

Therapie

Bei gutartigen Schilddrüsenknoten ist in der Regel keine Behandlung notwendig. Dennoch ist eine regelmäßige Kontrolle erforderlich, um bei möglichem Wachstum der Knoten schnell reagieren zu können. Ansonsten sind sogenannte Radiojodbehandlungen oder Operationen die Regel zur Behandlung. Bei Karzinomen kann auch eine Chemotherapie angewandt werden.

Die Hormonbestimmung im Blut stellt die Basis für eine Behandlung mit Medikamenten. Bei optimaler Therapie kann das Knotenwachstum aufgehalten werden. Oft bilden sich auch Knoten komplett zurück.

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