Vergrößerung der Schilddrüse

Eine Vergrößerung der Schilddrüse (Schilddrüsenvergrößerung) kann durch mehrere Krankheiten hervorgerufen werden. Die häufigste Ursache ist der Mangel von Jod in unserer täglichen Nahrung. Diese Ursache ist aber in Deutschland aufgrund der guten Ernährung rückläufig.

Rührt die Vergrößerung der Schilddrüse dennoch von einem Mangel an Jod her, liegt die Vergrößerung der Schilddrüse, einfach dargestellt, an Folgendem:

In Ihrer Funktion als Hormon produzierendes Organ benötigt die Schilddrüse Jod als wichtigen Grundbaustein für die Hormonproduktion.  Fehlt Jod in der Nahrung versucht die Schilddrüse einen größeren Anteil an Jod aus dem Blut zu filtern, als eigentlich zur Verfügung steht. Die Folge davon ist, dass sich die Zellen der Schilddrüse stärker als sonst vermehren und über lange Zeit hinweg auch vergrößern.

Im Lauf von Jahren kann diese Zellvermehrung und Wachstum des Organs auch Bindegewebseinlagerung und Knotenbildung verursachen. Letztlich sind  Einblutungen möglich, aus denen sich auch Kalkeinlagerungen bilden können. Bei gutartigem Verlauf dieser Vergrößerung können die Zellen der Schilddrüse weiterhin normal arbeiten, es kann aber auch zu verminderter Hormonproduktion oder dem totalen Ausfall des Organs kommen.

Neben der Jodmangel bedingten Schilddrüsenvergrößerung können auch Krankheiten zur Vergrößerung und eventuellen Bildung von Schilddrüsenknoten führen.

Breit angelegte Untersuchungen haben ergeben, dass etwa die Hälfte aller Erwachsenen und Jugendlichen nach der Pubertät eine Vergrößerung der Schilddrüsen aufweisen.

Das zeigt schon, dass eine Vergrößerung der Schilddrüse in der Regel keine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit oder gar das Leben darstellt. Frauen sind häufiger betroffen als Männer und leiden bei einer Schilddrüsenvergrößerung auch weitaus häufiger an der Bildung von Schilddrüsenknoten.

Symptome

Kleine Vergrößerungen der Schilddrüse führen oft zu keinen oder nur geringen Beschwerden. Diese sind oft so unerheblich, dass Patienten sie oftmals gar nicht nennen. Erst bei wachsenden Schilddüsenvergrößerungen, mit entsprechender Raumforderung treten häufig Schluckbeschwerden, Druck- und Engegefühl (Kloßgefühl) oder eine Abneigung gegen am Hals enge Kleidung wie Oberhemden und Blusen auf. Erst bei fortgeschrittener Erkrankung kommt es zu Atemnot bei oder nach Belastungen, Geräuschen beim Atmen, Heiserkeit und einer Stauung der Venen am Hals. Spätestens dann ist dringend ein Arzt aufzusuchen.

Diagnose

In der Regel ist eine Vergrößerung der Schilddrüse tastbar und sichtbar. Sollte beides nicht möglich sein, kann die Schilddrüsenvergrößerung auf jeden Fall per Ultraschall diagnostiziert werden. Bei schwereren Erkrankungen kann auch auf weitere bildgebende Verfahren wie MRT und CT zurückgegriffen werden. Engt die Schilddrüsenvergrößerung bereits die Luft- und/oder die Speiseröhre ein, ist auch ein Röntgenbild erforderlich um genau zu sehen, wie weit die Wucherung fortgeschritten ist.

In Ausnahmefällen ist die Vergrößerung der Schilddrüse auch kaum oder gar nicht zu erkennen, da sie nur nach innen gerichtet ist. Gerade dann ist ein Röntgenbild erforderlich. Besteht die Annahme eines bösartigen Knotens wird auch auf die Feinnadelbiopsie und entsprechende Untersuchungen der Blutwerte im Labor zurückgegriffen.

Therapie

Es gibt drei grundlegende Verfahren zur Behandlung von Schilddrüsenvergrößerungen, die sich je nach dem Ausmaß der Erkrankung richten. Darunter die Gabe von Medikamenten, eine Behandlung mit der Radiojodtherapie oder Operationen.

Im einfachsten Fall kann schon die Gabe von Jodtabletten helfen. Ansonsten besteht auch noch die Option der Behandlung mit entsprechenden Hormonpräparaten.

Die Radiojodtherapie wir relativ selten angewandt, da sie nur bei schweren Erkrankung und Karzinomen zum Einsart kommt. Sie führt eine Verkleinerung der Schilddrüse von 30-70% herbei und kann bis zu einem Jahr anhalten. Danach muss die Therapie wiederholt werden.

Bei Operationen wird normalerweise nur das knotige beziehungsweise unnormal vergrößerte Gewebe entfernt, sodass eine normal große Schilddrüse übrig bleibt. Nach der Operation ist oftmals noch eine weitere medikamentöse Behandlung notwendig.

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